2026-06-19

“Wirtschaftlicher Erfolg durch grünes Handeln“

„Es ist eine Riesenfreude zu sehen, was aus dieser Stiftung und der Mehrweg-Bewegung geworden ist.“ Mit diesen Worten leitete unser Co-Chairman Martin Schoeller, der vor 30 Jahren zu den Mitbegründern der Stiftung Initiative Mehrweg (SIM) gehörte, letzte Woche seine Keynote auf der Deutschen Mehrwegkonferenz ein.

Anfang der 90er-Jahre habe es den Begriff Mehrweg-Verpackung noch nicht gegeben, blickte er zurück. „Es gab Pfandflaschen, es gab Leergut und es gab teilweise auch schon Mehrweg-Flaschen.“ Die Schoeller Gruppe sei bereits ein führender Hersteller von Getränkekästen gewesen und habe sich mit der Frage beschäftigt:

„Kann das System der müllfreien Verpackung übertragen werden auf andere Warenströme?“ Als erstes sei dies bei Obst und Gemüse gelungen, später bei Fleisch, Fisch, Milch und Brot. Anfangs habe der Handel große Bedenken gehabt, doch heute sei klar: Mehrweg-Lösungen sparen nicht nur Müll und CO2 – sie sind auch wirtschaftlich günstiger.

Einen großen Anteil an der Entwicklung habe der damalige Umweltminister Klaus Töpfer gehabt: „Er hat dafür gesorgt, dass sich Handel und Industrie zusammengesetzt haben.“ In der Folge seien vernünftige Regelungen entstanden, um den Verpackungsmüll einzudämmen.

Jetzt müsse die Reise weitergehen, so Schoeller, denn noch liege „die Mehrweg-Durchdringung der Warenströme“ bei lediglich 20 bis 30 Prozent. Dabei böten „Returnable-Packaging“-Lösungen große Chancen – für die Umwelt, aber auch für das Geschäft. „Wirtschaftlicher Erfolg und grünes Handeln schließen sich nicht aus“, betonte Schoeller – im Gegenteil.

Leopold Schoeller: Was starke Mehrweg-Lösungen ausmacht

In die Riege der Speaker und Panelisten reihte sich auch Leopold Schoeller ein, der an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Kapital für Kreisläufe – Wie Mehrweg skaliert wird“ teilnahm und deutlich machte:

„Eine Mehrweglösung ist nur dann stark, wenn der gesamte Kreislauf funktioniert“ – vom Pooling über die Rückführung bis hin zur Akzeptanz im Alltag der Unternehmen. Durch die EU-Regulierung PPWR steige nun der Druck, so Schoeller. „Gleichzeitig entsteht die Chance, Mehrweg nicht als Zusatzaufwand zu betrachten, sondern als Hebel für resilientere Lieferketten, weniger Ressourcenverbrauch und bessere Logistikprozesse.“

Mit Smart Container Loop, ReDiPack und Multiloop waren auf der Mehrwegkonferenz im smartvillage Berlin drei Schoeller-Ventures-Unternehmen mit von der Partie.

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