2026-07-22

„Es ist klug, den Blick nach Süden zu richten“

Am vergangenen Mittwoch hatte unser CO-Chairman Martin Schoeller die Ehre, das Energie-Panel auf dem EurAfrican-Forum in Portugal zu eröffnen: Es gebe „ein enormes Potenzial für Synergien zwischen den beiden Kontinenten“, betonte er in seiner Keynote. „Angesichts der zunehmenden Spannungen im Osten und im Westen ist es aus europäischer Sicht klug, den Blick nach Süden zu richten.“

Anschließend skizzierte er eine Vision, wie eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Afrika und Europa eine globale, faire und nachhaltige Energiewende vorantreiben kann. „Meiner Überzeugung nach können Biokraftstoffe einen wesentlichen Beitrag zur Energie der Zukunft leisten“, sagte er.

Das wichtigste Gegenargument, insbesondere in Deutschland, sei das sogenannte „Dilemma zwischen Nahrungsmitteln und Kraftstoffen“, so Martin. „Die Menschen befürchten, dass Biokraftstoffe um landwirtschaftliche Flächen konkurrieren, die für die Nahrungsmittelproduktion benötigt werden.“

„Gamechanger für Afrika und Europa“

Diese Herausforderung könne jedoch bewältigt werden, erklärte er: Ein Prozent der Landfläche Afrikas würde ausreichen, um den eigenen Kraftstoffbedarf des Kontinents zu decken. Zwei Prozent wären genug, um Europa mit 200 Millionen Tonnen Biokraftstoffen zu versorgen – genau die Menge, die derzeit aus dem Nahen Osten geliefert wird.

„Das wäre ein Gamechanger für Afrika und Europa. Afrikas Biokraftstoffpotenzial muss Realität werden und darf nicht nur ein politisches Gesprächsthema bleiben.“

Ein wichtiger Treiber ist neben der Verfügbarkeit von Land der technologische Fortschritt: Innovative Ansätze ermöglichen die Herstellung von Biokraftstoffen aus Abfällen, Algen und anderen Ausgangsstoffen. Darüber hinaus reduzieren Innovationen in der Landwirtschaft den Flächenbedarf, wodurch der durch die globale Erwärmung verursachte Flächenverlust ausgeglichen werden kann.

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